Rudern im Bassin d’Arcachon

Claouey. Neun Speyerer Ruderer nutzten die Chance, die sich im Becken von Arcachon bot: Einmal auf dem Atlantik im seetauglichen Ruderboot eine Ausfahrt zu unternehmen. Den örtlichen Informationsmaterialien der Touristeninfo war zu entnehmen, dass es auf der Halbinsel Cap Ferret in Claouey angeschlossen an den Segelverein einen Ruderclub geben musste. Mit einem Erkundungsausflug und insistierendem Nachfragen beim „Acceuil“ (Empfang und Auskunft) war zunächst nur in Erfahrung zu bringen, dass von den Ruderern niemand anwesend sei. Weiteres Insistieren verhalf zu einem Telefonat mit Jean-Claude Dubost, wie sich später herausstellte Gründer, Trainer, Schiedsrichter, sprich „Allrounder“, des Club d’Aviron de Claouey. Schnell war ausgemacht, dass wir am nächsten Tag um 14:30 Uhr anwesend sein sollten, dann könnten wir mit der Flut um 15:00 Uhr eine Ausfahrt wagen. Wir trafen auf einen sehr freundlichen, offen Vereinsvorsitzenden der uns in zwei Doppelvierer einteilte. Nachdem die schweren (puh, wir dachten ein Kirchboot ist schwer!) Boote ins Wasser gelassen waren ging es auch schon los und das Rudern leichter von der Hand als die schweren Boote vermuten ließen.
Während des Rudern erfuhren wir, dass der Club d’Aviron de Claouey (mehr unter www.cnclaouey/club/aviron/la-section-aviron.html) derzeit etwa 80 Mitglieder hat, sich aber dennoch in jedem Jahr bei den französischen Meisterschaften und auch Weltmeisterschaften der Hochseeruderer ganz vorn platzieren kann. Toll!


Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit,
Als es Gards und Schwagers nach Frankreich in den Urlaub treibt.
Zufällig wurde ein Ruderclub besucht
Und die Ausfahrt auf dem Bassin d’Arcachon gleich mitgebucht.
Robert: „Das nächste Mal fahr ich nur noch mit RGS-„Wimbel“ in Urlaub um’s mit dem nächsten Ruderclub austauschen zu können.“


Der Verein ist mit wellentauglichen Booten bestückt
Und auf den Hochseemeisterschaften ist ihnen schon Einiges geglückt.
Jean-Claude, der Vorsitzende, treibt die Mannschaften voran,
Denn er ist hier der wichtigste Mann.
Harald: „Die gewohnten Ruderregeln stehen Kopf! Man soll nicht parallel zu den Wellen liegen, sondern spitz hinein fahren und dauerhaft hoch scheren.“
Am Samstag, den 7.8. war es so weit,
Die 9 Spey’rer machten sich zum Rudern bereit.
So teilten sie sich auf zwei 4er auf,
Und eilten auf das Meer hinaus.
Felix: „Es ist ein ganz anderes Erlebnis als auf dem Rhein oder im Reffenthal, da man mit Hochseebooten auf sehr welligem Gewässer rudert.“
Während sie sich immer weiter vom Ufer entfernen,
Müssen sie den Umgang mit hohen Wellen lernen.
Theresa: „Es ging mehr darum irgendwie voran zu kommen, als technisch sauber zu rudern.“
Paul: „Die Bocksprünge, die man wegen den Wellen im Bug macht, sind schon genial.“
Gesteuert wurden die beiden mutigen Trupps,
Von Jean-Claude, Sabine und Julius alias Lutz.

Julius: „Mitten auf dem Meer, im Ruderboot, ist mein Milchzahn rausgefallen. Ich hab Mama beim Steuern geholfen, damit wir kein Boot umfahren“.
Die Drei erwiesen beim Anlegen zum Zwischenstopp großes Geschick,
Nach kurzem Schwimmen ging’s auch schon wieder zurück.
Julia: „Eine Pritsche ist schon Luxus. Dort sind wir direkt vom Wasser aus eingestiegen. Bei der Hitze aber auch kein Problem!“


Auf dem Rückweg sangen die Jugendlichen aus vollen Kehlen,
Um Sabine am Steuerseil zu quälen.
Sabine: „Bei meinem ersten Einsatz als Steuerfrau hab’ ich gleich ein neues Lied gelernt: “Ein Sack Zement, zwei Sack Zement, … .“
Dieser wurde erst nicht viel vertraut,
Sabine: “Ich bin weder blind, noch taub!“
Als alle wieder heil am Ufer sind,
Ein 3fach kräftiges Hip Hip Hurra erklingt.
Zum Austernfest gingen die Spey’rer nun,
Und ließen die Boote auf ihren Plätzen ruh’n!
Geli: „Ein ganz besonderes Erlebnis bei hohem Wellengang und Seewind zu rudern und zwischen Begrenzungsstangen von Austernzuchtbänken und Schwimmern zu rangieren.“
Von Paul, Julia, Felix, Theresa und Lutz wurden diese Zeilen gedichtet
Und der RG Speyer somit das tolle Erlebnis berichtet!

erstellt von: Dr. Harald Schwager
am: 10/08/10

Ausgabe: 
42
Jahr: 
2010