Die 36. Vogalonga an Pfingsten 2010

Vogalonga Venedig – Jungfernfahrt des RGS-Kirchboots

Von Norbert Herbel

Am Freitag, dem 21. Mai 2010 führte die erste Reise des Speyerer Kirchboots nach Venedig zur 36. Vogalonga. Diese traditionell am Pfingstsonntag stattfindende Boots-Auffahrt verzeichnete dieses Jahr die Rekordzahl von 1.640 Booten aller Kategorien mit insgesamt über 5.500 Teilnehmern. Ruderboote vom Rennachter bis zum Hochsee-Einer, Kajaks. Kanadier, Drachenboote, prächtige Gondeln mit bis zu 22 Ruderern – und mittendrin unser neues Kirchboot, als Repräsentant der Metropolregion Rhein-Neckar besetzt mit sechs Teilnehmern des Mannheimer Ruderclubs (unter Führung des Vorsitzenden Dr. Michael Zirnstein) und der RGS-Mannschaft Ingrid Schneider, Bernd Marczinke, Ralf Mattil, Charlie Scheurer, Jürgen Bergström, Günter Schuff, Klaus Disqué und Norbert Herbel.

Leider fiel Claudia Mößner kurzfristig wegen Krankheit aus, aber vor Ort in Venedig war unser Kirchboot-Bauer Jürgen Dorsch, der dankenswerterweise als Steuermann einspringen konnte.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit unserem Zugfahrzeug ging es freitags erst gegen 10.30 Uhr  in Speyer los und nach rund 12-stündiger Fahrt war Mestre erreicht. Dort erwarteten uns weitere mit dem Flugzeug angereisten Kirchboot-Ruderer; gemeinsam wurde samstags morgens das Boot zum Hafen gefahren und eingekrant. Eine kurze Probefahrt über die Lagune zur Kanaleinfahrt nach Venedig, dann gab es für alle einen freien Nachmittag zur Stadterkundung.

Am Tag der Regatta war früh aufstehen angesagt, 6 Uhr Frühstück und auch unser Steuermann war schon per Vaporetto und Bus zu unserem Team gestoßen. Bei 25 Grad und strahlend blauem Himmel trafen wir uns am Hafen mit den Mannheimern, und unsere Karlsruher Freund vom RV Wiking machten sich ebenfalls auf zum Start. Auf dem Weg zum Canale Grande kamen aus den Seitenkanälen immer mehr Boote, und gegen 8.30 Uhr bogen wir in die Lagune vor dem Markusplatz ein, begleitet von italienischer Opernmusik. Das war für jeden von uns ein einmaliger emotionaler Moment. Die erfahrenen Karlsruher lotsten uns in das vordere Feld und wir hatten einen herrlichen Blick auf Venedig und die sich sammelnden Boote aus vielen Nationen. Über uns kreisten Hubschrauber und filmten die dieses farbenprächtige Feld. Kurz vor neun der Kanonenschuss, und die Armada setzte sich in Bewegung. Jürgen Dorsch hatte alle Hände voll zu tun, unser Kirchboot zwischen Paddlern, Ruderern und Gondolieri durch zu lavieren. Besonders die Engstellen bei den Wendepunkten waren kritisch, da lag schon mal ein Ruderboot quer – Jürgens Paddler-Kommandos „halbe Kraft mit vollem Druck auf die Blätter“ sorgte da schon mal für Heiterkeit unter der Rudercrew. Am malerischen Burano vorbei und durch die Glasbläserinsel Murano – überall wurden die Boote von den Zuschauern begeistert empfangen. Nach knapp zweieinhalb Stunden war wieder die Einfahrt nach Venedig erreicht, wo wir von unserer Landmannschaft erwartet wurden. Durch den Canale Canareggio ging es wieder zum Canale Grande, zum zweiten Mal unter der Rialto-Brücke durch und das Ziel Santa Maria della Salute war erreicht. Jeder Teilnehmer wurde vom Streckensprecher namentlich begrüßt und die Medaillen wurden überreicht. Die Karlsruher waren schon längst im Ziel (hinter drei Achtern waren sie unseres Wissens das schnellste Boot) und hatten uns direkt an der Kirche einen Liegeplatz reserviert.

Dort erholten wir uns im Schatten und schauten eine Weile dem bunten Treiben zu –  dann steuerte uns Jürgen zunächst gegen den Strom der anderen Boote wieder ein Stück zurück in den Canale Grande; zielsicher führte er uns über enge Seitenkanäle wieder zum Eingangskanal, wo wir ihn absetzten. Den Rest der Strecke zum Einsetzpunkt in Mestre durfte dann Ingrid als Steuerfrau absolvieren und 13 Männer hörten auf ihre Kommandos. Ein kühles Bier im Bootshaus von Mestre setzte den Schlusspunkt unter eine wahre Traumtour.

Es bleibt nur noch ein ganz herzlicher Dank an Dieter König vom Karlsruher RV Wiking für die logistische Unterstützung, Günter Schuff und Jürgen Bergström für ihre absolute Fernfahrerqualität und Charlie Scheurer für die gesamte Organisation. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön geht an die Kirchboot-Sponsoren der RG Speyer, die aus privaten Gründen bei der Jungfernfahrt nicht dabei sein konnten. Für sie ist nächstes Jahr schon ein Platz im Kirchboot reserviert – am Pfingstsonntag 2011 startet die 37. Auflage der Vogalonga Venedig!