Schnellinformation für die Mitglieder der Rudergesellschaft Speyer v. 1883
von Dr. Harald Schwager
Traditionell wird die Kölner Junioren-Regatta auf dem Fühlinger See als wichtige Stand-ortbestimmung auf dem Weg zu den Deutschen Jugendmeisterschaften genutzt. Trainer Harald Punt war mit seinen Aktiven mit gemischten Gefühlen angereist, musste er doch aufgrund der Erkrankung von Bootspartnern der Aktiven der Rudergesellschaft Speyer kurzfristig vom Großboot ins Kleinboot ummelden. Dies machte ihm der Veranstalter nicht leicht. Für den ersten Regattatag konnte Lars Bergström aus dem ursprünglich vorgesehenen Riemenvierer im Einer nachgemeldet werden, am wichtigeren zweiten Tag mit den auf Basis des ersten Regattatages gesetzten Läufen gelang dies aufgrund voller Felder nicht. Glücklicherweise konnten Tim Lauer und Lars Bergström auch im Doppelzweier nachgemeldet werden, um sich zu zeigen. Gleich im ersten Rennen hatte Trainer Harald Punt gemeinsam mit dem Landestrainer offensichtlich einmal mehr ein glückliches Händchen bewiesen und eine gute Entschei-dung getroffen. Im Doppelzweier der Junioren B (15/16 Jahre) wagten Paul Schwager und Maximilian Prka, GTRV Neuwied, einen Kaltstart, so nennt man in der Ruderei einen gemeinsamen Regattastart nach nur sehr wenigen gemeinsamen Ruderkilome-tern. Paul Schwager und Maximilian Prka hatten sich am Vorabend der Regatta zum ersten gemeinsamen Training zusammen gefunden. „Es war noch etwas eckig, aber die Harmonie ist erkennbar und eindeutig da“, war Harald Punt schon vor dem Lauf optimistisch. Dass der Optimismus begründet war, zeigte das neuformierte Duo gleich im ersten Lauf. Ein ganz deutlicher Start-Ziel-Sieg über die 1500-Meter-Strecke mit am Ende mehr als drei Bootslängen Vorsprung und damit der sichere Platz im A-Finale der zeitschnellsten Boote ließ schon das Potential des Zweiers erkennen. Ein Kampf auf Biegen und Brechen folgte im gesetzten Lauf, schnell konnte sich das Duo Schwager/Prka einen Vorsprung erkämpfen, der bei der 500-Meter-Marke eine gute halbe Bootslänge betrug. Dann spurteten Ferdinand Heinrich und Jan Bernhard vom Algemeinen Alster-Club/Norddeutscher Ruderer-Bund heran und führte bei der 1000-Meter-Marke mit sechs Zehntel-Sekunden, dann kamen wieder das Boot mit dem roten Brustring und erkämpfte sich die Spitze. Nach Auswertung des Zielfilms lautete dann der aus Speyerer Sicht etwas unglückliche Ausgang Alster-Club drei Zehntel-Sekunden vor dem Doppelzweier Schwager/Prka.

Der Rest des Feldes konnte mit den beiden Erstplatzierten nicht mithalten und lag einige Längen zurück. Nach dem kräftezehrenden Doppelzweier-Rennen ging Paul Schwager auch im Junioren-Einer B an den Start und brachte den zweiten Speyerer Sieg sicher unter Dach und Fach. In einem technisch sauber gefahrenen Rennen setzte er sich vom Start weg an die Spitze und baute diese im Fünf-Boote-Feld kontinuierlich aus, der zweitplatzierte Bastian Büttgen von der Düsseldorfer RG lag nach 1500 Metern mehr als fünf Boots-längen zurück, dann folgte das übrige Feld. Im Einer der Junioren A, 17/18 Jahre, musste Tim Lauer über die 2000-Meter-Strecke hart kämpfen, sicherte sich dann als drittplatziertes Boot einen Platz im B-Finale. Eine sehr gute Leistung lieferte der nachgemeldete Lars Bergström im Skullboot ab. Er führte sein Feld bis zur Streckenhälfte mit knappem Vorsprung an und musste sich am Ende nur Daniel Reitter vom Passauer RV geschlagen geben und wurde Zweiter. Zum Ärger des Trainers durfte er aufgrund der Regularien am zweiten Regattatag nicht an den Start gehen, wo er aufgrund der Zeit neben Tim Lauer auch im B-Finale gestanden hätte. Sehr gut motiviert ruderte Tim Lauer im B-Finale in einem Rennen mit wechselnder Führung einen guten zweiten Platz nach Hause und setzte im Feld der besten Einer-Ruderer eine weitere Duftmarke. Dirk Feßner, RV Ems-Jade-Weser, lag weniger als eine Bootslänge vor Tim Lauer. Im Junior-A-Doppelzweier komplettierten Tim Lauer und Lars Bergström das Regattawochenende mit einem dritten Platz. „Auf zwei Siege, drei zweite und zwei dritte Plätze hätte vor dem Wochenende dieser hochkarätigen Regatta niemand zu wetten gewagt. Die absolute Überraschung auf dem Fühlinger See ist aus Speyerer-Sicht eindeutig der neuformierte Doppelzweier Paul Schwager/Maximilian Prka. Auf dem Weg über die Hamburger Regatta in zwei Wochen zu den Deutschen Jugendmeisterschaften stehen nun fünf harte Trainingswochen an, die wir nutzen müssen, um die letzten technischen Defizite auszuräumen und die Bootsharmonie zu perfektionieren“, formulierte Trainer Harald Punt das Ziel.